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Harley und sonst Nix

Harley und sonst Nix

„Ein Leben ohne Harley ist möglich, aber sinnlos!“ Dieser Spruch, frei nach Loriot, ist natürlich Ansichtssache, aber …

Als ich mir im März 1989 eine Heritage Softail Classic FXST kaufte, lag meine Internalisation, was das Motorradfahren allgemein und das Harleyfahren im Besonderen betrifft, schon einige Jahre zurück.

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Genau genommen traf es mich im Sommer des Jahres 1983.

Mit Mario, dem einen meiner zwei besten Freunde, war ich auf Ibiza zum Party machen. Mario war Motorradfahrer, hatte die passende Pappe und in Berlin auch eine Karre. Ich hingegen war noch nie vorher Motorrad gefahren, hatte auch keinen entsprechenden Führerschein und war somit motorradtechnisch ziemlich hinter‘m Mond.

Er überredete mich, es doch einmal zu versuchen; mit meinem Führerschein der Klasse 3 (die Einteilung kennt heute kaum noch jemand, oder?) durfte ich nämlich ein Kleinkraftrad fahren. Wir gingen also zu einem Vermieter, suchten zwei Maschinen aus und fuhren los. Das heißt, Mario fuhr los; ich wusste aber beim besten Willen nicht, was ich mit meinen Tentakeln am Lenker und mit meinen Latschen am Gestänge machen sollte. Mit viel Geduld erklärte mir Mario, wie ein Motorrad zu bedienen ist; nach 40 Minuten schlich ich vom Vermieter von dannen. Ja wirklich, langsam, sehr langsam und vorsichtig, sehr vorsichtig. Aber das sollte sich bald ändern.

Schon am nächsten Tag düsten wir beide (sic!) über die Insel wie die Wahnsinnigen; zunächst noch mit Helm, später ohne, der hing bei mir nur noch als lästiges Beiwerk hinten am Sattel und wurde durch das Hinterrad nachhaltig so geschädigt, dass ich ihn am Ende des Urlaubs von dem Vermieter kaufen musste und anschließend entsorgen durfte. Nach zwei Tagen fielen von meinem Krad übrigens zwei Drittel des Auspuffs ab, der Sound war danach irgendwie besser …

Zurück in Berlin machte ich mich sofort an die Realisierung der Fahrerlaubnis Klasse 1 und kaufte mir eine kleine Honda; drei Jahre später hatte ich dann ein richtiges Motorrad, eine Suzuki GS 850 G (die war schnell, aber hallo!).

Im Sommer 1988 kaufte sich Mario seine Harley-Davidson, eine Springer Softail FXST.

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Wir machten zusammen eine Tour nach Hamburg. Er Harley, ich Suzuki. Das Wetter war ähnlich wie in diesem Sommer, heiß und kalifornisch. Ich will jetzt im Nachhinein nicht sagen, dass die Fahrt nicht schön war, aber ich fühlte auf meinem asiatischen Reisbrenner die US-amerikanische Leichtigkeit des Seins nicht wirklich …

Und deshalb musste es 1989 die Harley-Davidson Heritage Softail Classic FXST sein.

Harley-Davidson Inc. ist ein börsennotiertes amerikanisches Unternehmen, das durch die gleichnamige Motorrad-Marke international bekannt geworden ist und 1903 in Milwaukee, Wisconsin (USA) von William S. „Bill“ Harley (1880–1943) und Arthur Davidson (1881–1950) gegründet worden ist. Die Harley-Davidson Motor Company ist einer der ältesten Motorradhersteller der Welt, der bis heute Motorräder produziert.

Seit 1984 gibt es bei Harley-Davidson den Evolution-Motor (kurz: Evo), einen erstmals vollständig aus Leichtmetall gefertigten Antrieb mit Gabelpleuel, zwei Ventilen pro Zylinder mit automatischem Ventilspielausgleich über Hydrostößel und einer unten liegenden Nockenwelle mit separat angeflanschtem Getriebe.

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Meine Evo hat 1319 cm³ Hubraum, leistet 45 KW (62 PS) und hat bei 3600 min/Min mit 103 Nm die größte Kraft.

Der Rahmen ist hinten mit einer waagerecht unter der Rücksitzbank verborgenen Dreiecksschwinge gefedert (Softail) und bietet damit deutlich mehr Komfort als der starre (Hardtail) ungefederte Rahmen der Vorgängermodelle.

Die Auspuffanlage ist -neben vielen anderen wichtigen Dingen bei einer HD- immer ein längere Geschichte für sich. Ich will sie hier mal abkürzen. Ich habe mich für einen two in one Fishtail Exhauster mittlerer Länge entschieden und das Innenleben ausgebaut. Perfekter Klang, ziemlich laut, aber das muss so sein.

Kurvenfahrten sind mit so einem Dickschiff übrigens nur sehr moderat möglich. Erstens scheint der relativ breite Vorderradreifen ständig dem Hinterradreifen beweisen zu wollen, dass er der bessere Pneu für hinten wäre, was zu einem nicht gerade neutralen Verhalten in der Schräglage führt und zweitens setzen die Fußrasten respektive die Trittbretter sehr schnell auf dem Asphalt auf. Also, am besten geradeaus mit leichten Kurven cruisen, nicht schneller als 80 – 90 km/h (wegen des Winddrucks ohne Scheibe) und locker mit dir selbst und der Welt da draußen im Einklang sein. Du fühlst dich wohl und alles um dich rum ist einfach nur geil.

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Das Equipment für den Fahrer oder die Fahrerin muss natürlich stimmen. Dazu gehört in erster Linie der richtige Helm. Die DIN 4848 wurde 1990 durch die ECE-22 ersetzt und in Deutschland durch zwei Ausnahmeverordnungen so gestaltet, dass auch Helme, die nicht nach ECE geprüft wurden, in der Bundesrepublik zulässig sind, solange sie aufgrund ihrer Bauart als Schutzhelme geeignet sind. Da gehen die Meinungen bei meinem Helm, den ich aus den Staaten habe und der „German II“ heißt, auseinander. Er ist dem deutschen Stahlhelm aus dem zweiten Weltkrieg nachempfunden und ist im Ernstfall wahrscheinlich nur schmückendes Beiwerk statt Schutz. Was soll’s, ist halt so.

In den ersten Jahren war ich noch in halb Europa auf Tour. Ich war in England, Frankreich, Spanien, Italien und Österreich und habe auch manche Ecke in Deutschland bereist. Jetzt fahre ich nur noch zur Arbeit und bin ab und zu im Umland unterwegs. Auf jedem Fall ist das Starten der Harley frühmorgens so gegen 06:00 Uhr auch für alle Nachbarn ein Erlebnis; sie sollen sich nicht so haben, wer noch müde ist, schläft schon wieder ein, bestimmt!

Harley fahren ist nicht Motorrad fahren, es ist anders, weil das Andere unwichtig wird. Das Hier und Jetzt zählt, der Augenblick dehnt sich bis zum Horizont. Der Blick wird gelassener, die Haltung entspannt. Wer einmal infiziert ist, ist gefangen im Lebensgefühl einer ganz speziellen Weltanschauung. Das gilt ins besondere auch für die grad 60jährigen unter uns. Das ist die Wahrheit und nix als die Wahrheit, probiert es selbst aus.

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Wer solche oder ähnliche oder auch ganz andere Erfahrungen gemacht hat, der kann uns schreiben, wir freuen uns über jede Nachricht: info@grad60.com

Am Anfang des Artikels steht “Werbung unbeauftragt”, das heißt, dass dieser Artikel ohne Beeinflussung und Bezahlung geschrieben wurde. Warum der Vermerk trotzdem dort steht, erfahrt ihr auf unserer Seite “Transparenz”.

Woodstock im Englischen Garten

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Luft! Gin! Motel One!

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