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Weimar in Häppchen

Weimar in Häppchen

Am Grünen Markt ist Treffpunkt und Petra steht schon da, dick eingepackt an diesem eiskalten Nachmittag und mit einem Bast-Trolley an der Hand. Petra ist Weimar-Kennerin und führt die nächsten drei Stunden kulinarisch durch die Goethestadt. Keine Ahnung, wie das abläuft. Insgesamt sind wir acht Gäste, die je 33 € bezahlt haben. Als erstes sollen sich je zwei Teilnehmer eine kleine Weißbrotstange teilen, aber nicht mit dem mitgebrachten Begleiter. So breche ich mit Jürgen aus Peine mein Brot. Dazu gibt's Stracke, die Thüringer Art einer Salami. Ist nicht ganz so mein Ding, etwas zu fettig.

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Petra erklärt uns derweil die Geschichte der Residenzstadt und führt uns am Schloss vorbei in den Stadtpark an der Ilm. Auf einem Mini Hügel stoppt sie mit ihrem fahrbaren Picknickkorb und zaubert kleine Gläschen im filigranen Metallgestell hervor. Der eingefüllte heiße Apfelsaft darf mit Obstler verfeinert werden. Wir Männer sind uns einig, wir verfeinern. Derweil hat Petra schon einen Teller mit klitzekleinen Blechkuchen-Stückchen parat. Hier in Thüringen gehört diese bunte Kuchenauswahl überall dazu. Nur feucht, also mit Obst, Schmand und Quark sollte er hier in Weimar sein. Sehr lecker!

Fast nebenbei werfen wir einen Blick auf Goethes Gartenhaus, in dem er ab 1776 für sechs Jahre gelebt hat. Für mich neu, er war hier als Beamter, aber schon was Höheres: Geheimrat.

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Wir hören viel über den französischen Einfluss in dieser Zeit und folgerichtig gehen wir in eine Crêperie. Alle sind erstmal froh über die Wärme, dann über den servierten Käse und überhaupt über den Cidre. Sabine, ebenso aus Peine, spendiert mir einen großen Schluck.

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Hier finde ich es gemütlich. Leider währt die Wärmepause nur kurz und die -2 Grad Celsius pfeifen uns am Schillerhaus um die Ohren. Ja, Schiller hat hier auch mal gelebt und vor allem, er ist hier gestorben. So richtig reich war er wohl nicht. Auf jeden Fall hat er genau Haushaltsbuch geführt. 10% seiner Taler gingen für Wein drauf. Wir Tour-Teilnehmenden rechnen nach und finden, gut angelegtes Geld.

Der Besuch beim Vietnamesen und das Verkosten einer Sommerrolle katapultiert uns in die jüngere Geschichte. Die DDR und Vietnam hatten diplomatische Beziehungen und nach der Wende bestanden genügend Kontakte, um die Sehnsucht nach Exotik hier kulinarisch zu erfüllen. Eine heiße Pho (Suppe) hätte heute sicher besser gepasst. Aber Sommerrolle erfüllt ja heute schon vom Namen her die Sehnsucht nach exotischer Wärme.

Die folgende Enttäuschung wird zum Glücksfall. Kloß und Soße ist nicht, weil eines der ältesten Restaurants in Weimar, der Sächsische Hof, rappelvoll und überbucht ist.

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So geht es gleich weiter zur Weinverkostung im Kirms-Krackow-Anwesen, einem Wohnensemble einer Beamtenfamilie aus dem 18. und 19.Jahrhundert. Der Winzer hat Mitleid mit uns. Er holt als Kloß-Entschädigung zusätzlich einen Sekt und einen Jahrgangswein aus dem Keller.

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Sehr zufrieden über die Entschädigung hören wir die spannende Weingeschichte dieser Gegend, die so richtig erst in den 2000er Jahren in Schwung kam. Nicht nur Dieter und Irene aus dem Odenwald schmeckt der Tafelwein, ein Cuvée, am besten. Frisch, unkompliziert und ohne beißende Säure. Echt verblüffend gut, hätte ich hier oben gar nicht erwartet. Poet, heißt die Abfüllung. Wie auch sonst, hier in Weimar.

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Petra hat natürlich noch viel mehr von Weimar berichtet. Wäre hier aber zu lang und ehrlich gesagt, konnte ich mir auch nicht alles merken. Und Martin hat ja auch schon über „Weimar, Weihnachten und mehr“ berichtet.

Ach ja, eine leckere Praline soll hier ja auf keinen Fall vergessen werden. Die zartschmelzende Trüffelspezialität der Goldhelm-Manufaktur brachte mir einen kleinen aber großartigen Hochgenuss.

Ich habe mich als grad60-Mensch bei der Führung richtig gut aufgehoben gefühlt. Reichlich Geschichte, aber ohne die langweiligen Jahreszahlen. Hier der Link zur Stadtführung.

Gibt’s von Euch Geschichten aus Weimar oder anderen hübschen Städten? Oder gar von dieser kulinarischen Führung? Gerne hergesandt an info@grad60.com

Eierpunsch vor Rathaus Weimar.jpg

Am Anfang des Artikels steht “Werbung unbeauftragt”, das heißt, dass dieser Artikel ohne Beeinflussung und Bezahlung geschrieben wurde. Warum der Vermerk trotzdem dort steht, erfahrt ihr auf unserer Seite “Transparenz”.

Sekt oder Selters?

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CAMERA WORK – Stars auf die Pelle gerückt

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