Laos - Rundreise auf eigene Faust
Eine Rundreise durch Laos auf eigene Faust eröffnet euch eine Welt aus faszinierenden Kulturen, beeindruckenden Karstlandschaften und unvergesslichen Abenteuern. In unserem neuen Beitrag nehmen wir euch mit in den Norden des Landes, zeigen die schönsten Orte und geben praktische Tipps für eine selbstorganisierte Reise – ideal auch für Seniorinnen und Senioren.
Ach ja, noch eins: Den Artikel wurde ohne Beeinflussung oder Bezahlung erstellt. Die Tipps sind persönliche Erfahrungen ohne Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Warum der Vermerk “Werbung unbeauftragt” trotzdem am Anfang steht, erfahrt ihr auf unserer Seite “Transparenz”.
Rundreise Laos - Allgemeine Tipps
Anreise nach Laos
Direktflüge von Europa nach Laos gibt es nicht. Mindestens ein Umstieg ist notwendig, um die internationalen Flughäfen Luang Prabang oder Vientiane zu erreichen. Wir haben uns für eine Einreise auf dem Landweg von Chiang Rai im Norden Thailands über die Freundschaftsbrücke IV entschieden. Hier, wie auch an den internationalen Flughäfen, gibt’s ein Visum on Arrival für 30 Tage. Ein Lichtbild, 40 Dollar und ein online ausgefüllter Einreiseantrag sind erforderlich (an der Freundschaftsbrücke IV noch in Papierform).
Geld – Willkommen im Club der Kip‑Millionäre
Die laotische Währung heißt Kip, und wer schon immer mal Millionär sein wollte, kann hier schnell Karriere machen: 1 Mio. LAK ≈ 40 Euro.
• Geldautomaten spucken bis zu 2 Mio. LAK aus, die Indochina Bank sogar 3 Mio.
• Höhere Preise stehen gleich in US‑Dollar und kassiert wird auch so.
• Und dann gibt’s noch die QR‑Code‑Revolution: Selbst die kleinste Garküche hat einen. QR-Code scannen - Betrag eingeben und autorisieren - vorzeigen - fertig. Nur die App. (z.B. Loca-Pay) muss vorher installiert sein.
Essen – günstig, lecker, durstig
Laos ist ein Paradies für Sparfüchse:
• Gebratene Nudeln mit Gemüse und Fleisch: ca. 3 Euro
• Großes Bier (620 ml): 1,60 Euro
• Abendessen im schicken Restaurant: bis 20 Euro (man gönnt sich ja sonst nichts)
Die Küche ist fleischlastig – Hühnchen, Schwein, Rind, alles gern gehackt oder kleingeschnitten. Ein ganzer Tilapia-Fisch kostet 8 Euro.
Vegetarier und Veganer haben es etwas schwerer, die Auswahl ist gering und nur wenige Restaurants sind so wirklich darauf eingestellt. Und Achtung: In vielen Garküchen wird Glutamat in Mengen verwendet, die nachts zuverlässig für Wüstenhals sorgen.
Unterkünfte – vom Dusch‑Klo bis zur Boutique‑Oase
Ab 16 Euro bekommt man ein Doppelzimmer mit Bad. „Bad“ bedeutet in Laos oft: Dusche direkt neben der Toilette, ohne Trennung. Alles wird nass. Alles. Wir nennen das liebevoll das Dusch‑Klo.
Je touristischer der Ort, desto mehr Komfort. Für 75 Euro gibt’s schon richtig schöne Unterkünfte – dann sogar mit trockener Toilette. Ein paar Tipps erwarten euch im Bericht.
Transport – Laos, das Land der entschleunigten Fortbewegung
Abseits der Achse Vientiane, Vang Vieng, Luang Prabang bieten die Straßen ein erbärmliches Bild: schmale Serpentinenstraßen, riesige Schlaglöcher, gewaltiger Schwerlastverkehr. Dafür gibt’s atemberaubende Ausblicke.
• Durchschnittsgeschwindigkeit: 30 km/h, wenn’s gut läuft
Große Reisebusse sind die Ausnahme. Meist wird der Reiseverkehr über die Busbahnhöfe mit Kleinbussen oder 9-Sitzern abgewickelt, die auch über die Guest-Häuser gebucht werden können.
• Busse: voll – immer!
Auch wenn anfangs manchmal Hoffnung besteht. Sie werden immer voll – immer!
Im Vergleich zu Thailand bestehen im Norden von Laos weit weniger Verbindungen zwischen den Städten. Die neu gebaute Schnellbahnverbindung reicht von China bis nach Vientiane. Die modernen Züge verkürzen die Reisezeit erheblich, sind aber auch schnell ausgebucht.
Nahverkehr
Ja, die Tuk-Tuks gibt es noch. Der Preis ist entfernungsabhängig und Verhandlungssache. Je nachdem wie weit der Busbahnhof außerhalb liegt, kostet die luftige Fahrt 2 – 5 Euro. In Vientiane und Luang Prabang fahren auch moderne Taxis – sehr häufig als luxuriöse E-Autos. Sie können über die App Loca-Pay gebucht werden. Die Preise sind im Vergleich zu Europa sehr günstig.
Roller gibt’s für 8 Euro pro Tag. Klingt super – bis man erfährt, dass sie nicht versichert sind. Jeder Kratzer geht auf die eigene Kappe. Also bitte: fahren wie ein rohes Ei.
Kommunikation
Jedes Hotel, jedes Restaurant, jede Bar bietet kostenloses W-Lan. Meist erstaunlich leistungsfähig. Wer auch unterwegs eine Verbindung ins World Wide Web braucht, der bekommt besonders in den Grenzorten sehr schnell und einfach eine Sim-Karte. Pass vorzeigen, Foto und schon liegt eine Lao-Sim im Handy. 8 Euro kosten 30 Tage Internet. Auf Fahrten fernab der Städte und zwischen den Bergen besteht jedoch häufig kein Empfang.
Strom – passt schon irgendwie
Die Steckdosen in Laos sind universell. Sie nehmen Euro-Stecker als auch Schuko-Stecker auf. Manchmal hängt der Anschluss aber sehr locker und ungesichert in der Dose, aber es funktioniert.
Verständigung – Englisch mit Charme
Je touristischer der Ort, desto besser das Englisch. Manchmal mit starkem Akzent, aber immer mit Freundlichkeit. Und mit der kommt man in Laos sowieso am weitesten.
Eine Rundreise durch Laos auf eigene Faust ist auch für Best Ager bestens geeignet und bietet zahlreiche außergewöhnliche Erlebnisse. Noch hält sich der touristische Andrang in Grenzen, was authentische Einblicke in dieses freundliche Reiseland ermöglicht. Unsere Stationen der Rundreise findet ihr im folgenden Bericht:
Rundreise Laos auf eigene Faust - Auf geht's
Sonnenschein, -3°C, die Boeing 787 steigt vom BER in den kalten Januarhimmel auf. Mit Zwischenstationen in Doha und Bangkok erreichen wir Chiang Rai im Norden von Thailand. 26 Stunden Reisezeit. Trotz des komfortablen Flugs mit Qatar-Airlines spüren wir die müden Knochen.
Chiang Rai in Thailand ist unser Ausgangspunkt für die Rundreise durch den Norden von Laos und bietet sich mit seinen Tempeln als Eingewöhnungsziel an. Für unsere Rundreise durch Laos wählen wir den Landweg über die Freundschaftsbrücke IV. Die Anfahrt und Weiterfahrt über die Grenze zwischen Thailand und Laos scheint herausfordernd zu werden.
Los geht’s nach Laos. Reisen auf eigene Faust bedeutet Geduld, Vertrauen und Gelassenheit. Dafür gibt’s authentische Erlebnisse und eine Extraportion Anstrengung. Mit Skepsis im Gepäck und Optimismus im Herzen starten wir in Chiang Rai. 280 Kilometer bis Luang Namtha – das klingt machbar. Punkt 9 Uhr rollt unser rot-betagter Bus los Richtung Friendship Bridge 4, dem Grenzübergang nach Laos.
Nach 100 Kilometern und unzähligen Stopps, Paketmitnahmen und Schlaglöchern erreichen wir nach drei Stunden die Passkontrolle. Stempel rein, weiter mit dem Shuttlebus über die Brücke – streng nach Fahrplan mit 20 Minuten Wartezeit.
Am Grenzposten in Laos heißt es Antrag auf „visa on arrival“ ausfüllen, Passbild abgeben und 40 druckfrische US-Dollar bezahlen. Mein mitgebrachter 20-Dollar-Schein mit einer angeranzten Ecke schafft es nicht durch die strenge Prüfung des Grenzbeamten. Zum Glück können wir die fehlenden Noten zusammenkratzen und letztendlich klebt das Laos-Visum in meinem Pass, auch wenn meine vielen Vornamen für Verwirrung sorgen und so für den Familiennamen nur der Anfangsbuchstabe übrig bleibt.
Die Kontrolle dauert, besonders wenn eine chinesische Reisegruppe den einzigen Schalter blockiert. Zwei Stunden später sitzen wir im Sammeltaxi zum Busbahnhof – nur um zu erfahren: Heute fährt nur noch ein Spätbus um 17:30 Uhr, das heißt wohl Ankunft um Mitternacht, also: Planänderung. Wir suchen nach einer Übernachtungsmöglichkeit im laotischen Grenzort Houayxay.
18 Euro für ein Zimmer mit Bad – einfach, eher „Basic“. Aber hey was soll’s, das gehört bei Reisen auf eigene Faust dazu. Dafür gibt’s den Gratisblick auf den mächtigsten Fluss von Südostasien - den Mekong.
Am nächsten Morgen geht es ausgeschlafen weiter: Ein betagter und natürlich vollbesetzter 25-Sitzer-Bus mit ausgeklappten Bänken im Gang. Für mich stellt sich dabei die Frage, hätte ich lieber den Notsitz oder den zugewiesenen Platz über dem Radkasten? So halte ich mir mit den Knien die Ohren zu, wenn mich nicht gerade metertiefe Schlaglöcher durchrütteln. Die kurze Mittags- und Pinkelpause schafft wieder etwas Blutzufuhr in die Beine.
Fünfeinhalb Stunden und 180 Kilometer später erreichen wir Luang Namtha. Das Gepäck wird vom Dach gewuchtet – ein kleines Workout zum Abschluss.
Noch schnell mit dem Tuk-Tuk zur Unterkunft und dann: ein kühles Beer Lao auf der Terrasse, Blick auf den Papaya-Baum. Die Mühen des Weges sind vergessen – das Abenteuer hat sich gelohnt.
Rundreise Laos - Rollertour Luang Namtha
Heute lassen wir Tuk-Tuk und Bus stehen und steigen selbst auf einen Motorroller für eine Ausflugstour rund um Luang Namtha. Pass abgeben, sieben Euro löhnen und schon sucht die Vermieterin an der Hauptstraße ein exklusives Gefährt heraus.
Der Lack ist verkratzt, die Sitzbank ausgeblichen, die Tankanzeige defekt und der Blinker mit Tesa-Film fixiert. Doch gerade das beruhigt, ein neuer Kratzer würde hier kaum auffallen. Und es hat seinen Vorteil auf den Schotter-Buckel-Sandwegen mit Sturzgefahr. Dort heißt es konzentriert-vorsichtig, doch nicht ängstlich-langsam zu fahren. Vor uns liegt eine Brücke aus groben Bohlen, zwischen den Brettern klaffen faustgroße Lücken. Das Holz knarrt, der Roller holpert, mein Herz schlägt schneller. Mit einem mutigen Ruck steuere ich hinüber und atme erleichtert auf, als ich das andere Ufer erreiche.
Geschafft! Ab zur Pulskühlung an den Wasserfall. Da rauschen nicht gerade die Niagarafälle, doch das können wir in der Trockenzeit auch nicht erwarten. Aber es weht ein angenehm frisch-feuchtes Lüftchen für eine entspannte Pause.
Plötzlich ein Schreckmoment: Zwischen den Ästen hängt eine Riesenseidenspinne, ihr Körper so groß wie eine Handfläche, die Beine lang und kräftig. Sie lauert auf Beute: Käfer, Vögel, Fledermäuse! Wir passen wohl nicht in ihr Schema, halten aber trotzdem lieber Abstand.
Nach dieser „erholsamen“ Pause entdecken wir Frauen vom Volk der Lanten bei der Papierproduktion. Oder entdecken sie uns? Andenken wedelnd geben sie Stopp-Zeichen und stehen nach erfolgreichem Geschäft gerne für Fotos bereit.
So können wir in Ruhe beobachten, wie sie eingeweichte Pflanzenfasern auf eine Matte gießen und die feuchten Bögen zum Trocknen auslegen.
Der Weg führt uns weiter durch Reisfelder, die aber nicht mehr für saftig-grüne Fotos bereitstehen: abgeerntet. Doch auch so bekommen wir eindrucksvolle Landschaften geboten.
Zurück in der Stadt tausche ich den Roller wieder gegen meinen Pass ein – unbeschadet, kein neuer Kratzer.
Nun lockt der Nachtmarkt. Rauch steigt aus den Pfannen, der Duft von Knoblauch, Chili und frischem Gemüse liegt in der Luft. Die Stände bieten fast identische Gerichte: gebratener Reis, Nudeln, Spieße. Wie sollen wir uns entscheiden, wo gibt’s das beste?
Wir entscheiden uns für frische, getrocknete Reisnudeln mit Gemüse. Als Topping wählen wir Spieße mit Hähnchenfleisch-Bällchen – die Hühnerkrallen lassen wir lieber liegen. Der Geschmack ist würzig, leicht scharf und mit jedem Bissen klingt der Tag aus.
Rundreise Laos - Dschungel Trek
Kaum ein anderer Ort im Norden von Laos steht mehr für Trekking als Luang Namtha. Jedes Hostel, jede Bude, jedes Restaurant offeriert Tages-, Mehrtages-Trekking, Kayaking und Homestay in abgelegenen Dörfern. Nun heißt unser Blog ja nicht ohne Grund grad60 und da stellt sich mir natürlich die Frage, ob ich mit den internationalen Backpackern im Studentenalter mitmachen muss. Natürlich gibt es auch ältere Mehrtageswanderer, doch die berichteten von 1-cm-Schlafmatten und Kältezittern bei morgendlichen 13°C. Muss nicht sein, so fällt die Wahl auf eine Tagestour durch den Dschungel.
Der Einkaufstopp auf dem Morgenmarkt gehört dazu. Pilzberge, Kräuter und Kürbisse stapeln sich zwischen den Ständen.
Düfte von Koriander, Lauch und Thai-Basilikum streiten um Vortritt in den Nasenflügeln. Limette, Mango und Drachenfrucht liefern ein grün-gelb-rotes Farbenfeuerwerk. Hier Einkaufen für’s Abendessen - eine reine Frische-Freude.
Und in der Tat, unser Guide besorgt das Dschungel-Mittagessen. Dabei lässt er sich nicht in die Tüte schauen: Überraschung! Wir schlendern weiter und kommen zu einem Angebot der besonderen Art. Und da meine ich nicht die Austernpilze oder Bambustriebe…
Schließlich gabeln wir noch einen Local Guide vom Volk der Khmu in seinem Dorf zur Wanderung auf. Offensichtlich war seine Nacht davor lang und reisschnapsgetränkt. Doch der junge Mann hält sich tapfer und führt uns über die Dschungelpfade. Naja, eigentlich schlappt er mit seinen Flip-Flops eher hinterher und freut sich über jeden Stopp, wie hier an den mächtigen Wurzeln des 45 Meter hohen Tetramelis-Baums.
Schließlich ist Lunch-Time und am Urwald-Feuer braten zwischen Bambusklemmen die frisch gekauften Fische. Die „Markt-Spezialität“ ist zum Glück nicht dabei. Die über den Flammen gegarten Auberginen und Tomaten werden in zuvor ausgehölten Bambusstämmen gestampft und als Dips serviert. Ein Klümpchen Kleb-Reis zwischen die Finger und hineingetunkt in das gequetschte Gemüse. Dazu zupfen wir krosse Stückchen von den gegrillten Fischen. Besteck wird überbewertet.
Währenddessen unterrichtet uns der Local-Guide in Trinkritualen. Wir schlürfen ein Schlückchen vom Reisschnaps, was jedes Mal von allen mit einem kehligen „Ouhhhh“ quittiert werden soll. Das Getränk schmeckt sprittig-scharf und verleitet uns Tourgäste nicht gerade zum Gelage. Doch unseren Freund aus dem Khmu-Dorf scheint in „Ouhhhh“-Laune zu sein. Beim Weitermarsch schwächelt er ein wenig.
Doch einen richtigen Khmu wirft so etwas nicht so schnell aus der Bahn und wir alle erreichen nach einer insgesamt vierstündigen gemütlichen Wanderung wieder sein Dorf. Wohlbehalten! Und mit unseren zwei Mitwanderinnen sind wir uns einig: ein gut machbarer Weg mit ein paar kleineren Anstiegen an Baumriesen und Urwald-Grün vorbei. Als Highlight behalten wir das Urwaldessen in Erinnerung. Originelle Zubereitung mit den Werkzeugen des Waldes – und geschmeckt hat es auch.
Rundreise Laos - Karstberge von Nong Khiaw
Sieben Stunden Serpentinenritt mit Schlaglochgarnitur auf der Fahrt von Luang Namtha nach Nong Khiaw. Unser Van schunkelt die Straßen hoch, zu viel für die drei jungen Laoten auf der Rückbank. Sie haben am Vorabend zu tief ins Reisschnapsglas geschaut und quälen nun ihren Mageninhalt in bereitgelegte Plastiktüten. Für ein kleines Mädchen neben mir ist nur noch ein Sitzhocker in unserem vollbesetzten Kleinbus frei. Es hält sich über Stunden tapfer, doch die 900. Kehre ist zu viel, sie ergießt sich über mein Hosenbein: Nudelsuppe, hartgekochtes Ei…
Doch auch der längste Höllenritt endet irgendwann und wir stehen zwischen dunkelgrünen Karstfelsen am Ufer des Nam Ou. Malerisch liegen Longtailboote im Wasser und warten auf Touris für eine Ausflugsfahrt.
Nong Khiaw: Staubige Straße, kramige Läden, verfallene Holzhäuser und Charme. Soviel Charme, das Örtchen erobert spontan unser Herz. Und wenn es dazu noch ein Café mit Siebträgermaschine und Spitzen-Cappuccino gibt, dann ist doch alles perfekt.
Zum Beine auslockern darf es ein Aufstieg zum Sonnenuntergang sein. Der Sam Nang View Point liefert steile Stufen und Puls, aber die Belastung währt nur 20 Minuten und auf der Plattform steigt der Puls nur wegen des Ausblicks auf das Städtchen am Nam Ou.
Zum Abendessen locken unzählige Restaurants an der „Haupt“-Straße mit riesigen Foto-Angebotstafeln. Fried Rice with Tofu, Chicken, Pork ist allgegenwärtig. 2,50 Euro ist der Standardpreis. Ich leiste mir allerdings etwas Besonderes für 6 Euro: Fried Fish mit Tomatensoße.
So gestärkt starten wir nächsten Morgen auf eine organisierte Ganztages-Tour mit dem Longtailboot. Die 25 Euro zahlen wir im Vorhinein und irgendwie summt es in meinem Hirn: „Don’t pay the ferryman…“ Aber hier ist alles voll organisiert. Der Ferryman holt uns mit seinem 100 dB-Knatterboot pünktlich ab, wir bekommen zu zweit einen 50-cm Hartholzsitz und laden noch einen Local-Guide dazu. Offensichtlich ohne „Ouhhh“-Rituale am Vorabend.
Im Gegenteil – unser Guide ist superfit und legt ein schweißtreibendes Tempo für den Weg zum Aussichtspunkt vor. Nach etwas kraxeln über Stiegen und Felsbrocken blicken wir auf Muang Ngoy und die Fluss-Schleife des Nam Ou hinunter. Trotz des Wolkentags protzen die Karstfelsen mit ihren schroffen Spitzen und die Yucca-Palme wirkt wie extra hingepflanzt.
Wo’s raufgeht, muss man auch wieder runter, um danach wieder rauf zum Wasserfall zu marschieren. Der Tad Mook rauscht fotogen über einen Felsen und lädt zum Baden ein. Das gefällt den Touris und mehr oder weniger elegante Wassernixen brauchen was für Instagram. Gar nicht so leicht, da „nur“ den Wasserfall zu erhaschen.
Auf dem Weg zurück begegne ich einer Frau von der ethnischen Gruppe der Karen, die sich selbst jedoch eher als „Pga K’nyau“ bezeichnen, was einfach „Mensch“ bedeutet. Sie gräbt unter Dunghaufen von Wasserbüffeln in der Erde und zeigt mir ihre Beute: Dung-Käfer. „Die schmecken gut“, erklärt unser Guide, doch auch hier verzichten wir auf eine Kostprobe.
Nach den Beinchen bekommen zum Ende dieser Tour auch die Ärmchen was zu tun. Rund einen Kilometer stromaufwärts setzt uns der Fährmann auf einer Sandbank aus: „Don’t pay the…“ lacht es in mir. Doch das ist natürlich alles durchgeplant. Kayaks stehen bereit und wir paddeln zurück zur Unterkunft. Mit der Strömung – zum Glück.
Doch natürlich lässt sich in unserem Lieblingsort auch was auf eigene Faust unternehmen: Ein Walk zum Aussichtspunkt 😊Die Dame am Counter verlangt zwei Euro Wegezoll. Ein heimliches Foto ist inkludiert.
Steile Karstfelsen, teilweise senkrecht in die Höhe steigend, umstellen Nong Khiaw. Eine atemberaubende Aussicht hinunter ist somit von allen Seiten garantiert. Manchmal mit 30 Minuten Aufstieg oder richtig hoch mit drei Stunden klettern. Das überlassen wir den Profis. Wir schauen da lieber mal in den Berg hinein. Denn Höhlen gibt es auch nicht zu knapp. Einige sind allerdings auch mit trauriger Geschichte verbunden. Im 2. Indochinakrieg versteckten sich hier die im Widerstand lebenden Bewohner vor den Bombenangriffen der Amerikaner und der verbündeten Laotischen Armee.
Heute zeigt sich Nong Khiaw von seiner friedlichen Seite. Die Höhlen erinnern zwar an eine schwere Vergangenheit, doch das Leben hier wirkt heute offen und herzlich. Trotz bescheidener Mittel strahlen die Menschen eine Zufriedenheit aus, die zum Nachdenken anregt: Vielleicht ist es manchmal gar nicht der Komfort, der zählt, sondern die Fähigkeit, mit dem Wesentlichen zufrieden zu sein.
Rundreise Laos - Mekong-Perle Luang Prabang
Unser Luxus-Van biegt rechts um die Ecke und es wirkt, als kommen wir aus dem Urwald nach New York. Erneut liegen fünf Stunden Autofahrt für gerade einmal 140 Kilometer hinter uns. Kein Wunder bei Badewannen-Schlaglochgräben im 100 Meter-Abstand. Und nun empfängt uns die Perle am Mekong mit glattasphaltierten Straßen, feingemachten Boutiquen und restaurierten Häusern.
Ist das noch Laos oder schon die Côte d’Azur? Fette SUV’s kurven durch die Straßen, Touranbieter locken zu Mekong-Fahrten und Cocktail-Bars werben für Champagner und Rotwein. Aber klar, dazwischen hockt auch die Bananenverkäuferin mit ihrem Kind.
Die Popularität von Luang Prabang hat natürlich seinen Grund: Prachtvolle Tempel von historischer Bedeutung. Der Vat Xieng Thong stammt aus dem Jahr 1560 und beherbergt unter anderem den mit sieben Nagas verzierten Begräbniswagen von König Sisavangvong. Nagas sind Mischwesen aus der buddhistischen Mythologie und gelten als mächtige Wächter von Weisheit, Unsterblichkeit und Wiedergeburt.
Gold, Verzierungen und eindrucksvolle Symbolik verzaubern den Blick an jeder Ecke. Kein Wunder, dass Luang Prabang den Status Weltkulturerbe inne hat.
Buddha ruht an jeder Ecke und bringt die Handykameras in Dauerstress. Im Vat Sensoukharam von 1718 beeindruckt die sechs Meter hohe Statue Buddhas in der Regenanbetungs-Haltung. Dabei liegen die Arme senkrecht am Körper an und reichen überlang bis zu den Knien. Nach dieser Symbolik rief Buddha den Himmel herbei, um nach schwerer Dürre Regen für die Reisfelder zu spenden.
Bei so vielen Tempeln sind natürlich die Mönche nicht weit. In Luang Prabang kann man ihnen nicht nur beim Almosengang am frühen Morgen begegnen. Zwischen Motorrollern und Einkaufständen ziehen sie meist forschen Schrittes durch die Straßen. Allerdings immer auffällig im leuchtenden Orange.
Nach so einem erlebnisreichen Tag genießen wir bei unserer Rundreise durch Laos auf eigene Faust den Touri-Abschluss an der Flanierstraße Sisavangvong. Hier gibt es alles, was auch der Koffer-Reisende mag. Und manchmal ist auch das richtig schön.
Rundreise Laos - Wasserfall von Luang Prabang
Boah – immer nur Tempel, gibt’s nicht auch was zum Spaß? Klar gibt es da etwas! Wie wär’s mit einem Ausflug zum Tad Kuang Xi, einem 30m-Wasserfall der Extraklasse? Rauschend stürzen Wassermassen in dichter Dschungellandschaft über den Bergrand in die Tiefe, mit extra dekorativen Kaskaden an den Felsvorsprüngen.
Nicht nur die rauschend herabstürzenden Wassermassen qualifizieren den Kuang Xi zu einem Ausflugsziel der Extraklasse. An den Hauptfall schließen sich mehrere Badebecken im Tropical-Island-Stil an. Fast künstlich wirken die leuchtend-türkisen Planschbecken und klar, da muss ich rein. Erstaunlich frisch umspielt das Wasser meine Beine und erst mit etwas Überwindung stürze ich mich ins kühle Nass.
Ein Traum! Aber natürlich kein exklusiver. Der Wasserfall zählt zu den Hauptattraktionen von Luang Prabang, von wo aus ganze Van-Karawanen den 32 Kilometer Weg auf sich nehmen. Touristen aus China bleiben lieber trocken, während Backpacker aus aller Welt im Wasser planschen. Allerdings suchen alle die ideale Position für ihr Instagram Profil.
Wir, als Reisende auf eigene Faust, nutzen nicht den Fahrservice, sondern treten die Tour mit einem Motorroller an. Die teils unbefestigte Straße schenkt uns eine feine Staubschicht als Souvenir. Unterwegs beobachten wir Einheimische bei der Straßenreinigung: Sie jäten Gras, sammeln Papier und Plastikflaschen und verbrennen das meiste wenige Meter weiter im Straßengraben. Nun ja.
Zum Tagesabschluss gönnen wir uns eine Sunset-Tour auf dem Mekong. Ein Dutzend Anbieter buhlt um Kundschaft auf den unterschiedlichen Ausflugsbooten. Wir richten uns nach einem Tipp und wählen Khopfa Tour für 17 Euro. Das gepflegte Boot bietet reichlich Platz für beste Aussichten in alle Richtungen und umfängt uns mit einer entspannten Stimmung auf dem gemächlich dahinfließenden Strom.
Und wenn dann die Sonne orangerot die Karstberge von Luan Prabang berührt und die Strahlen auf dem Wasser glitzern, kehrt fernöstliche Ruhe und Gelassenheit ins Herz.
Nach diesem Schauspiel mit good-feelings im Bauch, fordert dieser mit deutlichem Knurren zum Restaurantbesuch auf. Der Blick in die Speisekarte bringt die Magenwände allerdings zum Schweigen.
Schweinhoden, Hühnerfüße, Kuh-Zahnfleisch und Entenschnabel, alles für 3,20 Euro im Angebot, wohl eher was für ganz Hartgesottene. Nee, dann lieber Fried Rice mit Gemüse.
So endet ein Tag voller Abenteuer zwischen Wasserfall, Mekong und Fried Rice – eine Mischung aus Natur, Kultur und kleinen Überraschungen.
Rundreise Laos - Touri-Rummel unter Drama-Bergen
Statt sechs Stunden Rüttelritt über 190 Kilometer Pass-Schotterwege von Luang Prabang nach Vang Vieng verkürzen wir diesmal die Reisezeit auf eine Stunde. China hat die Berge durchbohrt und liefert mit dem LCR (Lao-China-Railway) eine Hochgeschwindigkeitsverbindung.
Der Bahnhof ähnelt einem Flughafen und genauso bekommt der Koffer seine Röntgendurchleuchtung. Mein geliebtes Schweizer Taschenmesser leuchtet auffällig und wird konfisziert. Dazu fragt der Kontrolleur fünf Mal nach einer Schere. Ich verneine vehement, ich habe nur das Taschenmesser. Meine elektrische Zahnbüste gewinnt noch etwas Aufmerksamkeit, aber ich darf sie behalten und schließlich passieren. 15 Minuten vor Eintreffen des Zuges startet das Boarding mit 1.000 Passagieren und obwohl alle drängeln und erster seien wollen, bekommen wir zu guter Letzt unseren Sitz, denn jeden Passagier hat Platzkarten.
Recht bequem rauscht der Zug auf die Minute los in Richtung Vang Vieng und ich beklage mich bei Melanie über den Verlust meines Messers: „Und zur Schere im Verbandspäckchen haben sie nichts gesagt?...
Mit minimaler Verspätung treffen wir ohne Ruckeln in dem Urlaubs-Hot-Spot von Laos ein. Hier dreht sich alles um Baden, Spaß und Abenteuer. Wer möchte, kann sich knatternde Buggy-Boliden mieten und über die Wege stauben. Die dramatischen Felsformationen nehmen es gelassen.
Vang Vieng ist ein anderes Laos. Hier stört sich niemand an knapper Badebekleidung und jede „Blue Lagoon“ ist für die jugendliche Backpacker-Szene ein Anziehungspunkt. Sie sind aber auch wirklich schön – die türkisblauen Wasserbecken.
Eine besondere Attraktion lassen aber auch wir uns nicht entgehen und schieben unsere Astral-Körper auf einem Lkw-Schlauch durchs Wasser. Der Weg führt mehrere 100 Meter in eine stockfinstere Höhle, nur eine Leine dient als Orientierung und Ziehhilfe. Niemand hier – duster – einsam – gruselig.
Mit Klaustrophobie und Angst vor Dunkelheit geht hier nichts und auch ohne diese Probleme merke ich schon etwas Erleichterung bei der Rückkehr in den Sonnenschein. Wie schön, einfach nur im Wasser vor sich hinzudümpeln.
Genau das denken sich wohl auch die Wasserbüffel in ihrer „Brown Lagoon“. Ihnen gefällt´s und die Drama-Karst-Berge von Vang Vieng schauen auf uns alle gnädig hinab.
Rundreise Laos - Up in the air
Im schmalen Lichtkegel der Kopflampe blitzt es kurz auf. Die Glitzerreflektion der Augen verrät die Jagdspinne auf ihrem Lauerposten. Zwei menschliche Höhlenforscher sind ihr als Beute nun eindeutig zu groß. Die Jagdspinne verschwindet – wir bleiben zurück mit der Ahnung, dass die eigentliche Herausforderung erst beginnt.
Die Schlauchreifentour war fordernd, doch die Höhle Tham Loup führt uns in ganz andere Dimensionen. Ein tiefschwarzes Loch führt zwei (!) Kilometer in den Karstberg. Kein Tropfen Helligkeit dringt hier hinein. Kein Licht, kein Weg, kein Seil, kein Guide. Wir zwei Amateur-Forscher zwängen uns durch Spalten, klettern über Felszacken und stehen in 30 Meter hohen Domhallen. Ein leises Glucksen, dann absolute Stille. Schwarz! Das Licht der Taschenlampe erreicht kaum die Stalaktiten an der Decke.
Auf dem glitschigen Boden setze ich jeden Schritt mit äußerster Vorsicht. Beinbruch? Vielleicht kommt jemand in drei Tagen zur Rettung vorbei. Es geht alles gut und wir erreichen mit kompletten Knochen wieder die Sonne. Kaum zurück im Tageslicht, zieht uns die Neugier sofort wieder in die nächste Dunkelheit – diesmal jedoch ganz anders. Hier beleuchten bunte Scheinwerfer die Kristalle und Felsformationen. Auch ohne Aufsicht, in Europa undenkbar – dort würde man vermutlich schon beim Betreten der Höhle ein Formular für die Schuhgröße ausfüllen müssen.
Nach Stunden unter Fels und Tropfstein suchen wir am Abend eine neue Perspektive – nicht unter, sondern über der Erde. Up in the air. Wir stehen auf einem Stoppelfeld. Schlapp und labberig liegt die Kunststoffhaut am Boden. Nur widerwillig beugt sie sich dem Luftstrom der Riesenventilatoren und bekommt andeutungsweise die Form eines Ballons.
Schließlich bringen fauchende Stöße mit dem Flammenwerfer Kraft in das Gebilde: Der Ballon rundet sich und gewinnt an Kraft. Der Korb hebt sich und steht schließlich aufrecht. Acht Passagiere klettern in das enge Behältnis. Platz für einen dicken Rucksack ist hier nicht. „Im Falle eines Druckabfalls fallen aus den Fächern über ihnen…“ Nein, natürlich nicht. Unser Flugkapitän Chantavone hat andere Sicherheitsinstruktionen: „Im Falle einer harten Landung, rückwärts in die Hocke und am Griff festhalten“.
Donnernde Feuerstöße blähen den Ballon und nahezu unmerklich verlieren wir den Boden unter dem Korb. Wir steigen mit erstaunlicher Geschwindigkeit und blicken auf die Aussichtspunkte hinunter, die Wanderer mühevoll in einer Stunde besteigen. Weitere Flammenstöße, mein Kopf bekommt Hitze und dann: Ruhe! Lautlos gleiten wir gemächlich über die Landschaft. Die begleitenden Fesselballons mal über und mal unter uns.
Häuser klein wie auf der Spielzeugeisenbahn, der knatternde Lärm der Mopeds nur ein fernes Surren. 60 Minuten schweben im Flug dahin, wir gehen tiefer, was die Wasserbüffel erst Sekunden später zur trampelnden Flucht veranlasst.
Schließlich setzt der Korb seidenweich auf das trockene Reisfeld. Kein „Bumpi-Landing“, keine Sicherheitshaltung. Wir steigen aus – beglückt, als hätten wir die Welt für eine Stunde von oben neu entdeckt.
Rundreise Laos - Vientiane - Unbekannte Hauptstadt
Vientiane, so heißt die Hauptstadt von Laos. Und mal ehrlich, wer hätte da im Quiz keinen Joker gebraucht? Für den Weg von Vang Vieng dorthin bieten sich zwei Möglichkeiten an: Bahn oder Bus! Die Bahn braucht eine Stunde, aber die Bahnhöfe liegen weit außerhalb der beiden Städte. Zudem fürchte ich um die Schere im 1. Hilfe-Paket. Somit geht’s mit dem Van in zwei Stunden über die Autobahn. Auch von China gebaut, aber ohne Gepäckkontrolle und direkt ins Zentrum der Stadt am Mekong.
Vientiane ist nun keine internationale Weltmetropole, eher eine etwas kramige Stadt mit einigen Hochhäusern, Bauruinen und Straßengewirr mit überschaubarem Verkehr. Aber natürlich bieten sich auch hier dem Touristen ein paar Hingucker. Und nicht nur dem Touristen, der Pha That Luang ist das bedeutendste Monument von Laos: 45 Meter leuchtendes Blattgold.
Die Stupa symbolisiert den Mittelpunkt der Welt und soll eine Reliquie von Buddha beherbergen. Monumental im wahrsten Sinne. Uns zieht es jedoch eher zu den kleineren Bildnissen des Erleuchters im Wat Si Saket. 6.800 Figuren aus Bronze, Holz, Silber, Keramik zieren den Tempel im siamesischen Stil.
Sie stehen im Kreuzgang der Anlage und verbreiten eine spirituelle Ruhe und Gelassenheit. Einfach zum Verweilen schön! Deutlich trubeliger suchen die Gläubigen im Wat Si Muang nach Beistand. Sie überreichen den predigenden Mönchen Plastikeimer mit Gebrauchsgegenständen als Geschenk für das Kloster. Zahnpasta, Wasserflaschen, Flip-Flops und Reispackungen stapeln sich auf der Empore. Der Mönch rezitiert in einem beruhigenden Ton die Mantras für ein heilsames Karma. Dabei finden die Betenden mit einem Wollfaden Verbindung.
Nach der Legende stürzte sich 1563 hier eine schwangere Frau in die Baugrube des Tempels, um zornige Geister zu beruhigen. Sie gilt seither als Schutzpatronin der Stadt. Aus dieser Geschichte suchen heute die Gläubigen den Wat Si Muang mit dem Wunsch zur Fruchtbarkeit auf. Für uns eher Anlass hier nur kurz zu verweilen und lieber die Blüten des Kanonenkugel-Baums vor der Tür zu bewundern.
Nach so viel Kultur nutzen wir zum letzten Mal auf dieser Rundreise durch Laos die Dienste eines Tuk-Tuk-Fahrers. In Laos bieten sie ihre Fahrten deutlich zurückhaltender an als in Thailand. Handeln gehört aber dazu: „Zum Nachtmarkt?“ „100!“ (Gemeint sind 100.000 Laotische Kip = 4 Euro) „Oh no: 50!“ „Okay!“ Manchmal geht’s einfach und ist wahrscheinlich trotzdem noch zu teuer.
Auf dem Nachtmarkt dringen unbekannte Gerüche in unsere europäischen Nasen. Es dampft, brutzelt, zischt. Bunt zusammengesteckte Spieße mit Auberginen, Tofu, Fischbällchen grillen auf Holzkohle, Fische blubbern in Bratöl und Pilze zischen im Wok. Daneben warten Berge von Muscheln, Krebsen und Garnelen auf die Zubereitung. Wir suchen uns ein paar einigermaßen erkennbare Speisen aus, bekommen sie in Plastiktüten verpackt und können sie im danebenliegen Essbereich verputzen. Uns bekommt’s und wir genießen bei 32°C den letzten Abend in Laos. Die Gesprächsthemen gehen dabei nicht aus und sind gefüllt mit den Abenteuern und Erlebnissen von unserer Rundreise durch Laos auf eigene Faust.




