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Beerenjagd in Klaistow

Beerenjagd in Klaistow

„Komm ma‘ hierher, hier sind viele!“ höre ich die Männerstimme aus der Nebenreihe. Ich bin in einem der vielen kleinen Brandenburger Orte die mit -ow enden. In Klaistow. Für Menschen, die nicht in der Region wohnen: das „w“ wird nicht mitgesprochen, der Ortsname endet mit einem etwas langgezogenen „o“. Und für alle Menschen aus der Region ist bei diesem Ortsnamen klar, ich befinde mich auf dem Spargelhof von Buschmann-Winkelmann. Aber nicht wegen der weißen Stangen sondern wegen der Heidelbeeren.

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Hier gibt es nach eigenem Bekunden 150 Hektar Heidelbeerfläche (das entspricht rund 200 Fußballfeldern), auf denen die kleinen Superfrüchte zum Teil selbst geerntet werden können. Am kostenfreien Zugang wiegt eine freundliche Dame meine mitgebrachte Tupperschüssel und das Körbchen, damit am Ende nur der Inhalt abgerechnet werden kann. Naschen beim Pflücken geht auf’s Haus.

Heidelbeeren.jpg

Zwischen den mannshohen Büschen sind einige Selbstpflücker unterwegs, aber nur die Männer sind zu hören: „Komm ma‘ hierher, hier sind viele!“ Aus allen „Caveman“- Geschichten wissen wir von unseren behaarten und keulenschwingenden Vorfahren, dass deren Verhaltensmuster noch in uns stecken. Wir Männer pflücken nicht. Wir jagen. Der Hinweis auf die Beute ist wichtig. Nur gemeinsam lassen sich gefährliche Bären erlegen. Das Pflücken von Beeren ist dagegen Weibskram.

Ich gehe in die Hocke, finde eine lange Rispe mit prallen, dunkelblauen Früchten und will gerade meinen ergiebigen Fund lauthals verkünden. Dann fällt mir ein: ich will kein Körbchen füllen, ich will naschen. Eine volle Hand von saftigen Vitaminen wandert in meinen Mund. Ohnehin ist mir nicht groß nach Sammeln. Bevor ich die Beeren bezahle, nach Hause trage und dort esse, benutze ich die Abkürzung. Vom Strauch in den Mund.

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Während ich so vor mich hinfuttere, fällt mir noch einen weiteren Grund für die männliche Begeisterung ein. Die Sträucher hängen voll und wir finden was! Vorbei die Schmach, wenn sich das Senfglas im Kühlschrank versteckt und sich erst zeigt, wenn die Frau nachschaut. Hier machen auch wir Männer fette Beute.

Übrigens sind Blaubeeren und Heidelbeeren das Gleiche, nur stammen die Kulturheidelbeeren von einer amerikanischen Pflanze der gleichen Gattung ab. Da sie nur außen blau und ihr Fruchtfleisch hell ist, gibt es keinen Tintenmund wie bei der heimischen Beere.

Blaubeeren in Schale.jpg

Ich habe das Anlegen von Vorräten inzwischen vollständig aufgegeben und befülle mit diebischer Freude beidhändig meinen Bauch. Zum Glück ist die Familie dabei, die nicht ganz so maßlos egoistisch futtert. Die Frauen sammeln halt und so sind das Körbchen und die Tupperschale am Ende gefüllt.

Am Ausgang wird der Inhalt abgewogen und bezahlt. Zum Glück muss ich nicht auf die Waage.

Blaubeer Pause.jpg

Der Spargelhof Klaistow liegt fünf Minuten vom R1-Fernradweg entfernt, aber die Anfahrt mit dem Auto aus Berlin ist natürlich weitaus schneller. Ohne Schlange stehen am Autobahndreieck Nuthetal dauert die Fahrt ab Berlin gut eine halbe Stunde.

Es war ein geschmackvoller Ausflug. Egal ob Jagen, Sammeln oder Essen. Es hat sich gelohnt.

Habt ihr auch Lieblingsziele, die wir hier vorstellen können? Bitte schreibt uns an info@grad60.com und lasst es uns wissen. Wäre doch schön.

Am Anfang des Artikels steht “Werbung unbeauftragt”, das heißt, dass dieser Artikel ohne Beeinflussung und Bezahlung geschrieben wurde. Warum der Vermerk trotzdem dort steht, erfahrt ihr auf unserer Seite “Transparenz”.



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