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Menü im Kempi

Menü im Kempi

Der Kurfürstendamm in den 60ern. Mein Vater mit Krawatte, Anzug und Hut und meine Mutter mit beigen Kostüm und passenden Handschuhen. Meine Schwester und ich daneben in kurzen Hosen, fein herausgeputzt. Macht euch nicht schmutzig!!  Ich habe ganz genau das Bild im Kopf. Vielleicht auch nur von alten Fotos.

Zu diesem Bild gehörte das Kempinski mit den Kaffeehaus-Stühlen an der Ecke Fasanenstr. Gab`s draußen eigentlich nur Kännchen?

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Hier wird das Morgenpost-Menü April 2018 serviert. Okay, das Eck-Café heißt jetzt Reinhards und das Hotel heißt Bristol.

Für mich bleibt es trotzdem das Kempinski, denn der gediegene Charme ist erhalten. Kronleuchter, warmes Licht, die Farbe Gold beherrscht den Raum – gemütlich.

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Dazu passen auch die Gäste, meist in unserem grad60-Alter, wenn auch die mich begleitende Testerrunde deutlich jünger war.

Der Tischkellner, Jüngling, rotwangig, in einen braunen Anzug aus Wolle gesteckt – jaaa, die gute alte Zeit – zählt artig das Aperitif-Angebot auf. Der Wunsch nach etwas rosa Perlendem wie einen Crémant kann leider nicht erfüllt werden. Auf den angebotenen Champagner für deutlich über 100 Euro verzichten wir einhellig und so perlt schließlich ein weißer trockener Prosecco in den Gläsern. Deutlich rosa leuchtend sind nur die Wangen des Jungkellners.

Zum Start des weinbegleiteten 5-Gang Menüs liegt ein aufgespießtes Kalbs-Boulettchen mit Kräutern und Garnele auf einem fruchtig frischen Pfirsich-Aprikosen-Chutney, auch passend im Zusammenspiel mit einem süffigen Grauburgunder. Unsere Runde ist sehr angetan. Nicht selbstverständlich bei einem festgesetzten Menü, dafür umso erfreulicher, der Austausch des Gangs für eine Begleiterin mit Schalentier-Abneigung.

Die folgende Essenz vom Bressehuhn begeistert nicht alle, weil es genaugenommen nach einer guten klaren Hühnerbrühe schmeckt. Da hilft auch nicht die originelle Idee, sie in unterschiedlichen Sammeltassen von Oma zu servieren – ahhh, wieder die gute alte Zeit. Der Argentinische Wein ist da schon origineller und passt hervorragend.

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Forelle in dünnem Strudelteig als dritter Gang, geschmacklich gut abgestimmt und mit passendem, nicht zu schwerem Weißwein aus Bordeaux. Sehr gut!

Der Hauptgang bietet zweierlei von der Ente: ein rosa gebratenes Stück von der Brust, recht zart – aber auch nicht butterweich und - mein Highlight - ein kleiner Strudel mit Gehacktem, klasse gewürzt und absolut stimmig im Geschmack. Spaßig das Kartoffelpüree in Crêpe-Rolle. Mir schmeckt der kräftige Rotwein aus Sardinien hervorragend und so passt es gut, dass einige meiner eher weißweintrinkenden Begleiter mir noch etwas abgeben konnten.

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Vor dem Nachtisch - eine Haselnussschnitte und Kirschsorbet - plaudert der Oberkellner noch etwas aus der guten alten Zeit und lässt Harald Juhnke auferstehen, der gerne noch auf einen letzten Drink an die Kempinski Bar kam.

Es ist ein schöner Abend, das Essen und die Weine schmecken. Es ist im allerbesten Sinn gemütlich, auch wenn das Kempinski nur noch als nostalgische Erinnerung bleibt.

Übrigens. Wer hat noch ein Foto aus der Kempinski-Zeit? Wir würden es gerne veröffentlichen. Bitte an: info@grad60.com

Am Anfang des Artikels steht “Werbung unbeauftragt”, das heißt, dass dieser Artikel ohne Beeinflussung und Bezahlung geschrieben wurde. Warum der Vermerk trotzdem dort steht, erfahrt ihr auf unserer Seite “Transparenz”.

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