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Schifoan II

Schifoan II

Ich habe alle Pisten am Grießenkareck abgefahren und will zum Grafenberg gondeln.

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Seit Herbst 2013 verbindet die Pendelbahn G-Link mit 2,3 Kilometer Talüberspannung auf zwei Stützen von je 35 m Höhe die Skigebiete Grießenkareck und Grafenberg, die im Tal durch den Ortskern Wagrain getrennt sind. Eine Fahrt dauert rund sechs Minuten. Die Kabinen fassen je 130 Personen. Das Skigebiet Grafenberg ist durchaus reizvoll, man muss allerdings mehr liften. Und die Skideppendichte ist dort weitaus höher als am Grießenkareck; warum auch immer.

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Ich bin nach einigen kleineren Abfahrten und mehrmaligem Liften am mittleren Punkt der Skischaukel angekommen und habe beinahe ein Erlebnis der dritten Art, nämlich Vollkontakt mit Sturz. Wie konnte das passieren?

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Ich quere auf dem Weg zur Sonntagskogelbahn die Piste und fahre anschließend auf einem Ziehweg Richtung Liftstation. Es ist voll. Links vor mir an der Bergseite des Weges eine Kinderskigruppe mit Lehrerin; sehr langsam leider, ich hab’s aber eilig, der Rest der Truppe ist schon am Lift, kein Vorbeikommen. Rechts davon mit noch etwas mehr Abstand, ein einzelner mittelalter, männlicher Skifahrer mit vollgrünem Outfit, nennen wir ihn mal „Laubfrosch“, auch langsam. Er versucht sich an einem anfängerhaften Stemmbogen von links nach rechts. Ich will rechts vorbei und rufe: „Achtung, rechts!“ Der Laubfrosch zuckt zusammen und versucht sich umzudrehen. Ganz schlechte Idee, er stürzt beinahe und fängt sich wieder.

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Ich rufe erneut: „Rechts!“ und ziele auf die Lücke zwischen ihm und der steil abfallenden rechten Seite. Laubfrosch reagiert nicht. Für mich ist es deutlich zu spät für alles. Zu spät sowohl zum Bremsen als auch zum Ausweichen nach links. Ich beschleunige, um am Laubfrosch doch noch rechts vorbeizukommen, bevor sich die Lücke schließt. Ganz knapp, ohne Kontakt, mit einem Bein jenseits der Kante, schieße ich an ihm vorbei und denke: „Die dritte Regel der zehn FIS-Verhaltensregeln lautet, dass der von hinten kommende Skifahrer seine Fahrspur und seine Geschwindigkeit so zu wählen hat, dass er den vor ihm fahrende Skifahrer nicht gefährdet.“ Und: „Kommunikation ist ein schweres Geschäft!“ Ich hätte mich beim Laubfrosch entschuldigen sollen. Habe ich aber nicht. Ich bin ein schlechter Mensch.

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Ich bin wieder zurück am Flying Mozart, Talstation und steige in die Gondel. Es ist voll und um mich rum herrscht ein babylonisches Sprachgewirr. Deutsch oder ein Slang davon wird hier jedenfalls nicht gesprochen. Ja, die Gegend rund um Wagrain ist international besucht. Ich nehme den Helm ab, der drückt sowieso etwas am linken Ohr und lausche. Ich glaube Tschechisch, Polnisch, Dänisch, Holländisch und etwas Bekanntes zu hören, eine junge Frau spricht in ihr Handy: “Dónde estás ahora? Ah, comprendo. Qué tal? Ah, si, vale y gracias, hasta luego!” Da hat sich mein Spanischkurs an der VHS doch schon gelohnt, den ich für unsere Südamerikareise belegt habe. Das Gespräch war inhaltlich belanglos, das Übliche halt: “Wo bist du, wie geht’s, danke und bis später!” Aber ich habe es verstanden, toll.

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An der Bergstation des Flying Mozart steige ich aus und plane die restlichen Abfahrten des Tages.

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Die liebsten Pisten in der Skiregion Snow Space Salzburg sind für mich die rote Achtergondel-Abfahrt, die schwarze Mulde und das letzte Stück der schwarzen Achtergondel-Abfahrt nach Flachau. Auf allen drei Pisten kann ich aus meinem grad60-Körper alles rausholen, was noch in ihm steckt. Ich beginne mit der Roten Achter. In einem Schwung fahre ich durch. Die Skier gleiten auf dem immer sehr gut präparierten Schnee wie von selbst gen Tal. Es ist ein Gänsehautgefühl, das nicht oberflächlich bleibt, sondern ganz tief in mich eindringt. Es macht mich frei, nicht nur im Kopf. Rechts, links, möglichst parallel, nicht immer, so gut bin ich nicht, aber doch nicht so schlecht. Der Schnee ist heute mein Freund, er ist gut zu mir, er mag mich. Noch zwei langgezogenen Kurven, jetzt geradeaus, nicht verkanten, meine schlimmsten Stürze hatte ich auf Ziehwegen (siehe oben) oder bei blauen Kinderskipisten.

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Unten brennen die Oberschenkel und ich denke: „Wow, das kann ich noch, schön!“

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Den Abend genieße ich in der Kogelalm bei Bier und Wein, Rudi und Bernadette und mit der Familie und Freunden.

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Schreibt uns Eure Skifahrergeschichten an info@grad60.com, wir würden uns freuen!

Am Anfang des Artikels steht “Werbung unbeauftragt”, das heißt, dass dieser Artikel ohne Beeinflussung und Bezahlung geschrieben wurde. Warum der Vermerk trotzdem dort steht, erfahrt ihr auf unserer Seite “Transparenz”.

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