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Ein Männlein steht im Walde

Ein Männlein steht im Walde

Pilze finden ist ein Vergnügen. Auch wenn uns Männern ja eher das Jagen nahe liegen soll, habe ich einen Riesenspaß daran, die kleinen braunen Gesellen zwischen Zweigen und Waldmoos aufzuspüren.

Am liebsten ist es mir, etwas zu suchen – es soll ja nicht zu leicht werden – aber auch nicht zu lange auf den Erfolg zu warten. So geht es los an diesem feucht-trüben Tag in der Nähe von Ludwigsfelde. Nach meiner Erfahrung ist ein lichter Kiefernwald mit geringem Bodenbewuchs der ideale Pilzgrund. Mehr verrate ich nicht. Denn kein Pilzsammler gibt sein Revier preis. Ohnehin, hier parken zu viele Autos in den Waldbuchten. In meinem Bauch kribbelt die Befürchtung: bestimmt alles weggesucht.

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Und tatsächlich: Ein paar abgeschnittene Pilzstiele zeugen davon, hier war schon vorher jemand fleißig. Bei feuchtem Wetter ist es aber wie bei der Redewendung: Die Dickröhrlinge schießen wie Pilze aus dem Boden.

Mit Taschenmesser und Spankörbchen bewaffnet heißt die Challenge: Wer hat den ersten Erfolg? Zwei Minuten dauert der Suchblick bis meine Partnerin Melanie mit einem „Wow“ ein Steinpilzprachtexemplar aufspürt. Relativ klein, kompakt, fest und wurmfrei steht die Braunkappe im Unterholz. Der Beginn ist super, die Suche geht weiter.

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Drei Minuten später habe auch ich mein Erfolgserlebnis. Ein rehbrauner Hut leuchtet mir verstohlen zwischen den Tannennadeln entgegen. Ich drücke drumherum den weichen Boden hinunter und darf eine feste, wohlgeformte Marone mein Eigen nennen. Ich putze die Pilze immer gleich an Ort und Stelle. Das hat den Vorteil, versteckte kleine Maden gleich zu entdecken und sie statt in der Küche in ihrem Lebensraum zu lassen. Dabei scannt mein Blick die Umgebung und zack, der nächste Pilzkandidat zeigt sich nur wenige Zentimeter entfernt unter einem kleinen Zweig. So mach‘ auch ich reiche Beute. Steinpilze und Maronen füllen meinen Korb.

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Übrigens, ich habe keine besondere Ahnung von Pilzen. Daher sammle ich nur die Röhren- bzw. Schwammpilze. Die tragen unter ihrem Schirm einen unterschiedlich stark porigen „Schwamm“ und keine Lamellen, wie auf dem Vergleichsfoto.

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Bei den heimischen Schwammpilzen gibt es nur eine giftige Ausgabe: Den Satansröhrling! Der sieht aber auch schon von weitem mit leuchtend rotem Stiel und weißer Kappe sehr teuflisch aus. Und dann existiert noch der Spielverderber Gallenröhrling. Der ist nicht giftig, versaut aber das ganze Pilzgericht mit ekelhaften Bittergeschmack. Er hat einen weißen Schwamm, sieht aber manchmal dem Steinpilz sehr ähnlich. Ein Lecktest hilft weiter. Schmeckt die Schnittstelle gallig, ist es der Störenfried. Heute bin ich zweimal unsicher und strecke meine Zunge raus. Zum Glück alles einwandfrei.

Schön ist es hier im Wald und alle paar Meter heißt es bücken und ein weiteres Schmuckstück ernten. Es ist übrigens häufig so, dass sich neben dem ersten Fund weitere Gesellen in der Nähe verstecken. Der Waldtisch ist heute so reich gedeckt, dass ich Exemplare mit kleinen Mängeln an ihren Plätzen lasse und nur die Models der Extraklasse in mein Körbchen verfrachte.

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Gerade einmal eineinhalb Stunden dauert die Sammlung einer üppigen Mahlzeit an der frischen Luft. Sahne, Petersilie und Klöße dazu erlegen wir noch konventionell im Supermarkt.

Vielleicht habt ihr auch Lust, über eure erfolgreiche Pilzsuche zu berichten. Wer hat mehr Ahnung von Pilzen und kann bessere Tipps geben? Oder habt ihr ein Foto von einem Prachtpilz? Her damit! Wir veröffentlichen es sehr gerne. Zuschriften bitte an info@grad60.com



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