Hallo

Herzlich willkommen auf unserer Magazin-Seite.

Wir wollen unterhalten und informieren.

Viel Spaß!

Berlin vegetarisch

Berlin vegetarisch

In lockerer Folge stellen wir hier vegetarische und vegane Restaurants in Berlin vor. Unser Augenmerk richten wir dabei auf zwei Dinge: Geschmack und Ambiente. Denn das ist es doch, was ein gutes vegetarisches Restaurant zum abendlichen Wohlfühlort qualifiziert. Bisher haben wir folgende vegan-vegetarische Restaurants in Berlin bewertet:

Austernbank / Bonvivant/ Oukan

Austernbank - Vegetarisches Morgenpost-Menü

Egal ob vegetarisch, Fisch oder Fleisch, der Blick vom Eingang in den tiefer liegenden Gastbereich vom Lokal Austernbank beeindruckt alle. Kaum zu glauben: das war einmal der Tresorraum einer Bank. Wo einstmals Geld gezählt wurde, liegen jetzt Austern und Avocado auf dem Teller.

Mit freundlicher Begrüßung entzündet der Kellner den Kandelaber auf unserem Fünfer-Tisch für die vegetarische Morgenpost-Menü-Runde. Ein kleiner Moment, der sofort Stimmung schafft. Perfekt.

Und noch etwas läuft perfekt: Normalerweise lässt sich das Morgenpost-Menü nicht verändern. Doch Anni möchte nicht nur vegetarisch essen, sondern komplett auf tierische Produkte verzichten. Wir hatten es vorab angekündigt und die Austernbank reagiert flexibel. Für sie gibt es ein vollständig veganes Menü.
So startet es bei ihr mit einem „Salatteller“. Allerdings ein Salat der exklusiven Art mit Avocado, Algen, Kresse und Gemüsewürfelchen, abgeschmeckt mit einer würzig-säuerlichen Soya-Vinaigrette. Ich darf probieren und bin begeistert.

Da weiß ich gar nicht was mir besser schmeckt. Denn auch unsere regulären Ziegenkäse-Pralinen mit Feige, Walnuss, Thymian und Honig bietet ein besonderes Genusserlebnis. Der Ziegenkäse ist zusammen mit den Kräutern überhaupt nicht „stallig“ und bekommt durch die gehackten Nüsse eine kernig-knackige Konsistenz. Dazu kontrastiert der würzige Geschmack die süßen Anklänge von Paprikacreme und Honig.
Der dazu ausgeschenkte Rosé-Wein kommt sehr mild mit Erdbeeraromen daher. Gefällig, aber vielleicht auch etwas belanglos.

Der nächste Gang gehört dem Steinpilz: ein Steinpilz-Cappuccino-Süppchen. Wobei sich der Cappuccino-Anteil offensichtlich auf das aufgeschäumte Milch-Häubchen beschränkt. Unsere Veganerin bleibt in diesem Fall ohne Haube. Warm, voll, rund sind die Attribute, die uns spontan dazu einfallen. Und mit dem darüber gestreuten Szechuan-Pfeffer taucht auch eine würzig-pfeffrige Nuance auf. Als Weinbegleitung bekommen wir eine Cuvée aus Grüner Veltliner und Chardonnay angekündigt. Eine ungewöhnliche Kombination. Doch mit seiner frischen Fruchtigkeit und deutlichen Säure passt er richtig gut zur kräftig-bodenständigen Suppe.

Beim folgenden Zwischengang muss ich nun richtig Stärke zeigen: Rote-Bete-Tatar. Mit meiner Bete Abneigung eine echte Herausforderung. Da helfen auch das Mango-Chutney und die Aioli nicht wirklich weiter. Nach ein paar Anstandshappen findet mein Teller allerdings begeisterte Abnehmer. Sie alle loben die Kombination von erdiger Rote Bete in Kombination mit der Frucht und der vollmundigen Aioli. Nun gut, ich freue mich über den dazu gereichten Chardonnay.

Der echte Knaller des vegetarischen Morgenpost-Abends ist der Kabeljau im Hauptgang. Es ist natürlich kein Fisch, sondern er besteht aus fermentierter Reisstärke und Soja. Verblüffend, wie nahe das Produkt an die portugiesische Variante Bacalhau herankommt. „Schmeckt so der Fisch?“, fragt irritiert unsere Veganerin, die seit 30 Jahren nur noch Pflanzen verdrückt. Es ist auch optisch ein sehr gelungener Gang mit der orangefarbenen Mousse aus Karotten und Kokosmilch, dem grünen Spargel, den Kräuterseitlingen und der Würzsoße. Armin stört sich etwas an der Konsistenz der Pilze, die er etwas „gummiartig“ empfindet, ansonsten verputzen auch die Karnivoren – wie unser Martin gerne die Fleischesser bezeichnet – den Hauptgang mit Begeisterung. Der Grauburgunder dazu, wir wissen es, passt ja immer.

Zum Abschluss gibt es noch eine vegane Panna Cotta, ich vermute auf Basis von Kokosmilch. Leider ist das Produkt nicht auf allen Tellern so richtig cremig, eher etwas bröselig. Doch die eingelegten Früchte bieten auch solo einen saftigen Abschluss. Der dazu gereichte Süßwein macht seinem Namen alle Ehre und ist eher süßer Bestandteil der Nachspeise als Getränk. Entgegen meiner Vorliebe für trockene Weine auch zum Nachtisch bin ich diesmal fein mit der Leckerei.

Ein ungewöhnlicher Ort, ein ungewöhnliches Menü und ein Abend, der uns zufrieden in die nächtliche Mitte Berlins entlässt.

Bonvivant - Veganes Restaurant Berlin

Unser Leser Jonas hat sich bei uns gemeldet und uns auf das “Bonvivant” in der Schöneberger Goltzstraße hingewiesen, wo das Morgenpost-Menü Veggie im September 2024 stattfindet. Und nicht nur das, er hat für uns seine Eindrücke aufgeschrieben und die Fotos mitgeliefert. Herzlichen Dank!

Der erste Gang hatte es schwierig bei mir, da ich nicht gerade Gurkenliebhaber bin. Jedoch war es eine runde Sache - das Wasabi-Eis ein schöner Kontrapunkt. Schöne Idee auch, dazu einen Sekt zu reichen. Der erste Gang: Trotz Gurke nicht vergurkt.

Vegetrarische und vegane Restaurants Berlin - Bonvivant - grün dekorierter Teller mit Gurke

Kurz nach dem ersten Gang kam das „Hausbrot“, das es eigentlich vorab geben sollte. Ups! Toll das selbstgemachte Langos und die Dips! 
Beim zweiten Gang ist der Sellerie der Hauptdarsteller. Wie kann man Sellerie nur so viel Geschmack entlocken? Hier waren reichlich Geschmacksnuancen dabei!

Vegetrarische und vegane Restaurants Berlin - Bonvivant Selleriescheiben mit Körnern auf Teller dekoriert

Der dritte Gang - Hauptdarsteller Kartoffel - war einfach nur herrlich schmackhaft und in Kombination mit der Soße wunderbar umami. Am liebsten hätte ich den Teller noch abgeschleckt - aber nun ja, lieber nicht!

Vegetrarische und vegane Restaurants Berlin - Bonvivant Kartoffelscheiben mit Soße im Fine-Dining-Restaurant

Der vierte Gang - der Austernpilz - sehr ... fleischig. Huch, hier fällt einem dadurch erst wieder ein: Wir sind in einem vegetarischen Restaurant, doch Fleisch braucht man hier nicht zu vermissen. Wieder eine runde Sache - und diesmal gab es den einzigen Rotwein des Abends dazu. Als Weißweinliebhaber lautet mein Urteil: Ist ein Rotwein.

Vegetrarische und vegane Restaurants Berlin - Bonvivant - Austernpilz mit Radieschen und Salat

Der fünfte und leider schon letzte Gang: Ein sehr schön angerichtetes, wunderbar floral-fruchtiges Kunstwerk, das man einfach fotografieren muss. Wieder ein schöner Weißwein dazu - zum Glück kein allzu süßer: wie schön war das alles nur?

Vegetrarische und vegane Restaurants Berlin - Bonvivant - Sorbet, Obst und Schokolade auf dem Tellerrand drappiert im Fine-Dining-Restaurant

Beim Espresso resümiert: Ein ganz hervorragendes Menü zu einem schier unglaublichen Preis-Leistungsverhältnis. Das Essen schmackhaft und wunderbar präsentiert - das vegetarische und regionale Konzept ein Volltreffer! Die paar Haare in der Suppe: Eine eher enge Sitzsituation; eine Akustik, die Gespräche etwas anstrengend machte. Und der ein oder andere kleine Fauxpas im Service, der aber einem rappelvollen Haus geschuldet sein mag. 
Liebe Grüße von einem Fast-Grad40er! Danke für den schönen Blog!
Und wir von grad60.com danken dir für die unterhaltsame Beschreibung und die gelungenen Fotos.

Oukan - Veganes Restaurant Berlin

Zum Start stellen wir euch das „Oukan“ vor, auf das wir durch das Morgenpost-Menü gestoßen sind. Und für alle Morgenpost-Menü-Genießer sei gesagt: Löst euch von Bekanntem, sonst wird das nichts.
Das „Oukan“ befindet sich auf dem Hof der Ackerstraße 144 und nichts deutet daraufhin, dass sich hier ein Restaurant befindet. Unsere suchenden Blicke finden schließlich eine rot gestrichene Tür mit Klingelknopf. Doch Fleischeslust der besonderen Art? Der türöffnende freundliche Kellner zerstreut sofort unsere abwegigen Gedanken und führt uns in den dunkel gehaltenen Gastraum. „Schwarz“ ist die Farbe der Stunde, minimalistisch das Interieur, Punktstrahler setzen gezieltes Licht auf die Tafel, Ruhe.

Vegetrarische und vegane Restaurants Berlin -Beleuchtung im Oukan

Nach dem traditionellen Sekt in unserer Morgenpost-Menü-Runde startet das Menü. Die Küche grüßt mit fermentierten Holunderblüten und Tofucreme in einem Algenblatt. Ein überraschender Geschmacks-Knaller: Die Alge knusprig rösch, die Holunderblüten würzig saftig, leider viel zu schnell mit einem kurzen Happs verzehrt.

Vegetrarische und vegane Restaurants Berlin - 3 Vorspeisenhäppchen auf schwarzer Platte

Zum ersten Gang gibt es Erbsen. 30 Stück hat der Erbsenzähler ins kleine Schälchen gefüllt. „Von rechts nach links verspeisen“ ist die Kellner-Empfehlung. Also erst die bestreuten und dann die naturbelassenen. Ja, okay, schön kernig-würzig, dann eher nur kernig. Eine wunderbare Beilage zum… Ach nee, das war’s ja schon. Dazu gibt es im Weinglas einen kalten Tee, einen Grüntee in einem aufwändigen Verfahren zubereitet. Nicht nur mir erschließt sich das geschmacklich nicht. „Kohlrabi-Wasser“ höre ich von Melanie.

Vegetrarische und vegane Restaurants Berlin - Erbsen in Schälchen

Als Zweites folgen „Nudeln“ aus Kräuterseitlingen, die eingelegt und fermentiert eine volle Umami-Note verbreiten und dazu etwas Salzigkeit und deutliche Schärfe bieten. Die Nudelform ist durch eine besondere Schnitttechnik entstanden und die Schärfe stammt von einer Chilisorte, die mit einer Pilz-Weizen-Soja-Schrot-Mischung über die Seitlings-Streifen gestreut ist. Ausgesprochen lecker-interessant; der Gaumen schreit nach mehr! Eine volle Pasta-Portion auf dem Tisch wäre toll. Ausnahmsweise gibt es zu diesem Gang einen Wein, einen sehr leichten, sommerlich-frischen Château de Meran. Passt ausgezeichnet zu der Schärfe der „Pasta“.

Vegetrarische und vegane Restaurants Berlin - geschnittener Seitling in schwarzbrauner Schale im Oukan

Beim dritten Gang kommt der Spargel-Zähler zum Zug. Er schafft es nur bis zur „Zwei“. Die beiden grünen, fermentierten Stängelchen begleitet ein Klecks „Hollandaise“, hier aus fermentierten Kartoffeln und Zitronensaft hergestellt. Knackig lecker schmeckt der Spargel, insbesondere auch durch den darüber gestreuten Sellerie-Crunch. Eine wunderbare Beilage zum… ach nee, da war ja was. Der dazu gereichte Oolong-Tee findet Anklang mit seinen feinen Bitternoten, wobei ich mir immer bewusst machen muss: ja, wir sind hier nicht beim klassischen Morgenpost-Menü!

Vegetrarische und vegane Restaurants Berlin -drei Gäste speisen, im Vordergrund Teller mit zwei grünen Spargelstangen

Doch dann kommt der Hauptgang: Ein krauses Pilzgewächs verziert den Teller, es ist ein gegrillter Maitake-Pilz mit Miso-Paste glasiert, dazu ein Shiso-Blatt, gefüllt mit einem Gerstenrisotto, abgeschmeckt mit getrockneter Kirsche. Eine Sensation, die uns bei jedem bisherigen Morgenpost-Menü verzücken könnte. Röstaromen, Salz, Süße, Umami – das volle Programm. Das bissfeste Risotto passt perfekt dazu und selbst die ungewöhnliche Getränkebegleitung verzückt: ein Gläschen Sake, ausgeglichen frisch und überhaupt nicht sprittig. Ungewöhnlich gut!

Restaurant Oukan, Baum-Pilz auf Teller,Vegetrarische und vegane Restaurants Berlin -

Und auch der Nachtisch bietet ein besonderes Geschmackserlebnis. Seidiger Tofu, getoppt von Rhabarber, spielt mit cremigem „Sahne“-Geschmack und säuerlichen Fruchtaromen. Dabei lassen sich die darüber gestreuten grünen Pistazien knackig knabbern. Die Getränkebegleitung ist wieder ein Tee, diesmal von der Sorte Pu-Erh. Ich versuche die Aromen zu sortieren und stelle fest, Teebegleitung ist nicht mein Ding, auch wenn unsere ausgesprochen aufmerksamen und freundlichen Servicekräfte dies als Idee des besonderen Geschmackserlebnis erklären und als Abwechslung zum üblichen Morgenpost-Menü anpreisen.

Schälchen mit Seidentofu, Rhabarbar, Löffel streut Pistazienkerne darüber Vegetrarische und vegane Restaurants Berlin -

Diesmal wurde unsere Morgenpost-Menü-Testrunde von Anni, unserer eingefleischten Veganerin (ha, was für ein Kalauer) begleitet, die durchweg sehr angetan von dem Essen war. Allerdings isst sie auch Spatzen-Mengen und wurde tatsächlich satt. Der Rest hätte das ganze gerne noch mal von vorne begonnen. Denn geschmeckt hat es uns allen. Nur das mit dem Tee…
Das „Oukan“ bietet abseits vom Morgenpost-Angebot ein Sieben-Gänge-Menü für 99 Euro ohne Getränkebegleitung an. Da könnt ihr ja dann selbst entscheiden.

Reisen ab 60: Mehr Komfort, weniger Kompromisse – aber bitte ohne Seniorenprogramm

Reisen ab 60: Mehr Komfort, weniger Kompromisse – aber bitte ohne Seniorenprogramm

Genießen statt anstrengen -  E-Bike-Test

Genießen statt anstrengen - E-Bike-Test