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Süßkram

Süßkram

Ich liebe Süßes. Im Mund und für’s Auge. Nur richtig gut muss es sein. Und damit liebe ich Cafés, die was Besonderes haben. Was genau „Besonders“ ist, da bin ich nicht festgelegt. Ich fühle mich wohl, wenn roter Plüsch auf goldenes Messing und Kronleuchter trifft. Aber es darf auch grauer Granit mit Stahl und Punktstrahler sein. Es muss nur in sich stimmen. Das ist für’s Auge.

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Für den Mund gehört der Cappuccino dazu. Heiß, kräftig mit Espressoaroma. Entscheidend ist der Schaum. Damit meine ich nicht das eingezogene Herzchen oder das Blümchen. Es ist die Konsistenz. Weiche luftige Creme, kein aufgeblasener Schaumberg. Sahnig vom Geschmack und nicht gleich dünn im Kaffee versiegend. Standhaft genug, um eine kleine Prise Zucker zu tragen. Ja, ich gebe es zu, mit über 60 habe ich so meine Marotten. Ich möchte an den Lippen ein paar Zuckerkristalle schmecken, die, bei jedem Nippen an der Tasse, im Mund die fruchtigen Kaffeenoten ausbalancieren. Das Zweite ist, logisch im Café, das Süßgebäck. Auch hier bin ich wählerisch. Mein schlechtes Zuckergewissen kann ich nur mit herausragenden Kuchen oder Torten besänftigten. Wenn die Kuchengabel durch sahnig-feste Mousse au Chocolat gleitet, die dabei ganz leise knistert und dann auf einen saftigen Boden trifft, dann läuft mir das Wasser im Mund zusammen. Glück ist mein Gefühl, wenn dieser Bissen nach Schokolade schmeckt, kompakt und dunkel. Käsekuchen, luftig-zitronig, ohne Wassertröpfchen beim Teilen, Streusel crunchy auf saftigem Obst…

Also, ihr seht meine Begeisterung.

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Cafe Baier

Wie sieht’s denn nun im Cafe Baier in der Steglitzer Schlossstraße 26 aus? Der Eingang ist fast zu übersehen. Ein handtuchschmaler Zugang, an einem Brotverkauf vorbei, über eine schmale Treppe ins erste Geschoss. Gut besucht, viele im grad60-Alter. Der erste Blick fällt auf den Tresen mit Kaffeemaschine, Gläsern und aufgereihten Torten. Beleuchtet von einem Kronleuchter, darüber ein Deckengemälde.

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Ich kenne mich nicht besonders in Kunstepochen aus, das ist aber eindeutig Jugendstil. Sieht gut aus. Ein raumhoher, verzierter Kachelofen, Spiegel und Mosaiken runden die Einrichtung stimmig ab. Über den Zweiertischchen setzen moderne Gemälde einen interessanten Kontrast. Im hinteren Bereich hält das Café mit einer Terrasse hinter dem Wintergarten noch etwas Besonderes parat. Sebstverständlich jetzt im Winter eindeutig zu kalt. Aber wenn erstmal wieder Sommer ist…

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Ich wähle, na klar, einen Cappuccino und einen Pflaumen-Aprikosen-Crumble. Der Kaffee ist so optimal wie beschrieben. Das Blechkuchenstück ist riesig. Wer nicht so gierig ist wie ich, bei dem reicht’s auch für zwei. Streusel gut, Obst saftig. So saftig, dass der Teig ein paar leicht durchgeweichte Stellen hat. Aber auch so gut, dass ich ihn komplett verputze.

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Ein weiteres Plus gibt es von mir für die bereitgestellten Tageszeitungen, die aufgereiht mit Zeitungshaltern an Haken hängen. Zusätzlich noch freies W-Lan, sodass ich meinen Artikel gleich hier schreiben und online stellen kann. Und ihr könnt ihn dann unbeschwert hier lesen, ohne eure Mobildaten zu verbrauchen.

Die Bedienung ist freundlich aufmerksam. Niemand stört sich daran, dass ich hier länger sitze, um den Artikel zu schreiben.

Wer nicht so’n Krümelmonster ist wie ich, für den gibt es hier auch ein paar kleine handfeste Speisen, hab ich aber nicht probiert.

Und jetzt hoffe ich auf Euch. Welches Café findet ihr schön? Wie ist der Cappuccino, oder vielleicht auch der Tee? Torte gegen Blechkuchen? Schreibt uns doch bitte. Entweder gleich hier im Kommentar oder per E-Mail an info@grad60.com. Wenn ihr dann noch Fotos habt, super, stellen wir gerne online.

Am Anfang des Artikels steht “Werbung unbeauftragt”, das heißt, dass dieser Artikel ohne Beeinflussung und Bezahlung geschrieben wurde. Warum der Vermerk trotzdem dort steht, erfahrt ihr auf unserer Seite “Transparenz”.

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